Wie funktioniert das mit der Pulsdiagnostik oder RAC- Tastung (Reflex Auriculo Cardial)?

Wenn man bei einem Patienten einen aktiven Akupunkturpunkt z.B. mit dem Laser reizt, löst man neben dem gewünschten vegetativen Akupunktureffekt noch eine allgemeine, als „Mikrostress“ bezeichnete Reaktion aus. Diese bewirkt im Moment des Reizes unter anderem eine stärkere Herzkontraktion, ähnlich wie durch ein Erschrecken. Dies kann man als eine deutliche Veränderung des Patientenpulses tasten. Mit ein wenig Übung kann man so über die RAC Tastung „aktive“ - also vegetativ aus der Balance geratene - Akupunkturpunkte von neutralen - nicht zu therapierenden - Akupunkturpunkten differenzieren und dies für die Diagnostik nutzen. So kann ich z.B. bei einer Lahmheit mit dem Laser die Ohrakupunkturpunkte der in Frage kommenden Gelenke abchecken (linkes Bild)
 
und dabei die RAC Tastung - hier an der Oberschenkelarterie - durchführen. In dem Augenblick, wenn ich den Punkt des erkrankten Gelenkes am Ohr bestrahle, wird sich eine deutliche RAC- Reaktion am Puls des Hundes tasten lassen. So finde ich z.B. als aktiven Punkt neben dem Sprunggelenks- Punkt noch den Kniepunkt und einen Punkt einer Wirbelblockade im Rücken. Das gleiche gilt auch für die Diagnostik von Organerkrankungen. Immer dann, wenn ein Organ unter Stress steht oder erst recht, wenn es sogar ernsthaft erkrankt ist, wird der entsprechende Ohr- Punkt aktiv sein. So kann man das Organ als "krank" oder zumindest in seiner Funktion gestört identifizieren. Diese Ohrakupunktur- Punkte sind auch gleichzeitig hervorragende Akupunkturpunkte zur Behandlung der Beschwerden. Die Methode verfügt über eine sehr hohe Präzision und Aussagefähigkeit.
Während beim Menschen die direkte Pulstastung am Patienten selbst durchgeführt wird, muss man bei den Tieren in der Regel auf die indirekte Pulstastung zurückgreifen. Hierbei nutzt man die Tatsache aus, dass das Rückenmark eine hervorragende Radioantenne ist, die sowohl als „Empfänger“ wie auch als „Sender“ funktioniert. Die erwähnte „Mikrostress“- Reaktion beim Patienten wird über das Rückenmark als Radiowelle aussendet. Der Untersucher in der unmittelbaren Umgebung des Patienten wird über seine eigene „Antenne“ die Stress- Information empfangen und sein Puls wird ebenfalls eine RAC Reaktion ausführen, die ertastet werden kann. Auch diese Methode ist inzwischen millionenfach getestet und bewährt.
So kann ich die RAC Reaktion nicht nur beim Pferd oder Hund selbst tasten, sondern auch bei seinem Besitzer oder an meinem eigenen Puls (rechtes Bild). Mit dieser Untersuchung, die nur etwa eine Minute dauert, habe ich schon mehr Informationen über den Sitz der Lahmheit und deren Zusammenhänge mit der Wirbelsäule, als ich durch sehr zeitaufwendige und kostenintensive „diagnostische Injektionen“ und Röntgendiagnostik erhalte. Das gleiche gilt für die Diagnostik von Organerkrankungen.